Europameister im Verbauen von freien Flächen

In diesen Tagen ächzen viele Menschen in Europa unter enormer Hitze. Werte jenseits der Marke von 40 Grad auf dem Thermometer sind aktuell keine Seltenheit. Jüngst berichteten die Medien über die ersten Hitzetoten in größeren europäischen Städten. Die hohen Temperaturen sollen noch die nächsten Wochen anhalten. Doch ist diese enorme Hitze nicht allein ein Werk von Mutter Natur. Auch der Mensch hat hieran einen Anteil, der alles andere als gering ausfällt. In diesem kurzen Artikel informieren wir Sie über einen aktuellen Trend in Österreich, bei dem immer mehr freie Flächen verbaut werden und dadurch die Temperaturen im Land massiv ansteigen.Image result for werte jenseits der marke von 40 grad auf dem thermometer

Doch wie erklärt sich das Phänomen genau? Es ist eigentlich ganz einfach. Die Böden in Städten dienen thermisch gesehen als natürliche Klimaanlagen. So nehmen sie täglich die Energie der Sonne auf und speichern sie. Abhängig vom Material wird die Wärme eher lang oder eher kurz gespeichert. In Österreich ist die Verbauung dabei besonders hoch. Kein anderes Land hat einen derart hohen Prozentsatz seiner Flächen verbaut wie die Alpennation. Nirgendwo sonst gibt es eine derart große Anzahl an Einkaufszentren, Parkplätzen, Straßen sowie leer stehenden Industrie- und Gewerbeimmobilien. Bei all diesen Bauten handelt es sich um Flächen, die versiegelt sind. Diese Versiegelung hat zur Folge, dass die Böden kein Wasser aufnehmen und auch kein CO2 speichern können.

Abhilfe schaffen können hier letztlich nur einige direkte und extreme Maßnahmen. Eine davon ist eine rigorose Beschränkung des Verbrauchs an Boden auf den Wert von 2,5 Hektar pro Tag. Darüber hinaus muss in den großen Städten deutlich mehr Grünraum geschaffen werden. Außerdem muss in Österreich eine Datenbank eingerichtet werden, die die Leerstände verzeichnet. So stehen im Land derzeit 40.000 Hektar an Immobilien leer, die man revitalisieren könnte. Daneben sollte bei zukünftigen Projekten statt in die Breite eher in die Tiefe und in die Höhe gebaut werden.